Die Zeitgeschichte von Uni-Druck
Die 40er
Willkommen zu unserer Geschichte. Oder besser gesagt: zur Geschichte von Uni-Druck. Wissen Sie noch, was in den "40ern" so alles passiert ist? Hier ein paar Ereignisse, zum Gedächtnis auffrischen:
1945 erschien die erste Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.
1946 wird die Bayerische Verfassung gegründet.
1948 finden in St. Moritz die Olympischen Winterspiele statt.
1949 wird der Deutsche Gewerkschaftsbund gegründet. Und George Orwells "1984" erscheint.
Und was passierte bei Uni-Druck?
Ein "StartUp-Unternehmen" 1945 war München nicht gerade ein Ort, an dem man sich gern freiwillig aufhielt. Das traf fast auf ganz Europa zu. Aber: Alles packte an, alles baute auf. Im September erhielen Frau Söllner und Herr Novotny die Lizenz zur Eröffnung eines "Schreib- und Vervielfältigungsbüros". Da man damals schon Dinge besser zu zweit anpackte, sollte der Name des Büros auch "Novotny und Söllner" lauten. Dieser Novotny (der Ulrich, der uns noch öfter begegnen wird) wohnte im Hinterhaus Amalienstra§e 71. Dritter Stock, natürlich ohne Aufzug. Das war der Partner. Am 3. Oktober 1945 war Betriebseröffnung. Der Betrieb bestand aus einem Zimmer in der Wohnung der Novotnys, aus zwei Schreibmaschinen, Tischen und noch ein paar kleineren Geräten. Computer wurden ja erst ein paar Jahrzehnte später erfunden werden. Jetzt konnte es losgehen. Die beiden Neu-Unternehmer waren im Gegensatz zum Papier nicht so geduldig. Aber: Kaum war der Betrieb 1945 eröffnet, kamen die ersten Kunden: etwas abschreiben, etwas vervielfältigen. Der allererste Kunde war sogar ein Student. Das Problem war nur, dass man kaum Papier hatte. Papier war rationiert. Ulrich Novotny zeichnete sich in dieser Zeit als herausragendes Organisations- und Beschaffungstalent aus: Auf alle erdenklichen Wege wurde Papier getauscht, gehandelt, besorgt... Schwarze Zunft, schwarzer Markt...
Der Kunde ist König! - auch nach den Zeiten der Monarchie. Der Traum eines jeden Unternehmers: Es kommen immer mehr Kunden mit Aufträgen. Ein Traum damals, ein Traum heute... Die Arbeit war im Kleinstteam nicht mehr zu bewältigen, Mitarbeiter wurden eingestellt, die die unterschiedlichsten Aufgaben zu erledigen hatten. Als 1947 das Studentenwerk einen Rahmenvertrag (so würde man heute dazu sagen) abschloss, wurde man so richtig zur Firma. Mit allen Konsequenzen: Zu viel Arbeit, zu wenig Leute, zu wenig Platz. Dazu kam dann auch noch die Währungsreform, aus der jeder mit 40 DM "Kopfgeld" hervorging. Löhne zahlen? Von was denn?? Hier zeigte sich die Treue der Mitarbeiter, die dem jungen Unternehmen durch diese schweren Zeiten hindurch die Stange hielten und auf ihren Lohn auch mal warteten.
Als Hardware noch wirklich Hardware war. Die erste Rotaprintmaschine kam 1949. Seitdem hat sich die Zahl der Druckmaschinen immer wieder gesteigert. Aber dann sind wir ja schon im nächsten Jahrzehnt und dazu müssen Sie erst einmal auf "die 50er" klicken.
Bis gleich!
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